Wohnbau Absberggasse

Baujahr: 2013
Ort: 1100, Wien

Bauträger: Bauhilfe
Der trapezförmige Zuschnitt des Grundstückes bildet die logische Konsequenz der
Fortsetzung der öffentlichen Erschließung und wird auch in der Bebauungsstruktur als Kopf der vorhandenen Randbebauung verstanden. Dieser städtebauliche Kontext wird in Form von zwei Riegeln, welche parallel zu den Hauptachsen Absberggasse und A 23 liegen, in der Gebäudekonzeption fortgesetzt. Die Riegel sind durch ein „Gelenk“ miteinander verbunden. Dies dient unter der Prämisse der Zentralität der primären Bespielung der Gebäudetrakte und wird als Hauptstiegenhaus mit Aufzug verstanden.
Am Ende jedes Traktes befindet sich ein Nebenstiegenhaus zur zusätzlichen vertikalen Verbindung der Wohngeschoße mit dem Innenhof. Dieser hat durch den stark minimierten Ausbau des Erdgeschoßes - lediglich Allgemeinräume wie Kinderwagen- und Fahrradabstellraum sowie Kinderspiel- und Gemeinschaftsraum sind hier untergebracht - einen Sichtbezug zum gegenüber liegenden Park. Zusätzlich ergibt sich dadurch die Distanzierung des ersten Wohngeschoßes zur öffentlichen Erschließung und wahrt die Privatsphäre der Wohnstruktur. Der Baukörper erhebt sich somit schwebend aus dem Anstieg der Absberggasse.
Das zentrale Stiegenhaus ist Ausgangspunkt für die Laubengang ähnliche Horizontalverteilung innerhalb der Geschoße. Dadurch wird in südostliche Richtung zur A 23 hin ein Pufferraum geschaffen, der individuell durch die den Wohnungseingängen vorgelagerten Erweiterungen nutzbar ist. Er gewährt den Miteinbezug des Fernblickes in den Süden, bietet eine kommunikative Zone innerhalb eines Wohngeschoßes und gewährt witterungsgeschützten Platz für Kinderwagen, Fahrräder und Pflanzen.
Innerhalb der einzelnen Wohnungen sind die Nebenräume der Erschließung zugeordnet, die Schlafräume dem ruhigen Hof, der Wohnraum ist gemäß der Ausblicksfähigkeit durchgesteckt. Private Freiräume sind von jedem Aufenthaltsraum aus begehbar und in den Hof orientiert.
Der nordwestliche Riegel entlang der Absberggasse öffnet sich sowohl zur Parkfläche als auch zum Innenhof. Die Wohnungsgrundrisse sind äußerst flexibel und anpassungsfähig an verschiedenste Lebenssituationen- und zyklen. Zimmer können zu- bzw. weggeschaltet werden und Leichtbauwände ermöglichen eine unkomplizierte Veränderung der Grundrisse. Die allen Wohnungen zugeordneten Vorbereiche ermöglichen eine individuelle Nutzung und Gestaltung.
Besonderes Augenmerk wird auf die zugeordneten, privaten Freiräume gelegt. Die
Freiraumstrukturen mit ihren Übergängen vom Halbprivaten zum Privaten unterstützen die
Identifikation und Kommunikation. Durch die meist offen/gedeckten Erschließungsstrukturen werden ausschließlich angstfreie Zonen erzeugt, in den geschlossenen Bereichen wird auf grosszügige Belichtung geachtet.
Das Angebot an Allgemeinräumen und -flächen in der offen gestalteten Erdgeschoßzone
unter Miteinbeziehung des Grünraumes schaffen Bereiche für Kommunikation.