housing Pogrelzstraße

location: 1220, Wien Map Pin
built: in planning
units: 64

building contractor: building development network
landscape planning: Batik
Wohnen beginnt nicht erst an der Wohnungseingangstür. Bereits der Weg zur Wohnung ist ein attraktiver Begegnungsraum. Das Stiegenhaus / der Lift erschließt 64 Wohnungen auf 5 Ebenen. Die effiziente Erschließung wird durch niederschwellig nutzbare, lichtdurchflutete Flächen erweitert. Es sollen hier in lockerer Kommunikationsatmosphäre zufällige Begegnungen zwischen NachbarInnen stattfinden können. Mit einfachen Mitteln wird eine wohnliche Atmosphäre geschaffen. Die Tafelwand lädt zur Kommunikation untereinander ein und bietet vor allem den Kindern eine Gestaltungsfläche. Festverschraubte, nicht brennbare Möbel stehen im Mittelpunkt der Begegnungszone und dienen somit als Treffpunkt für die Nachbarschaft. Nischen gliedern den Mittelgang und schaffen attraktive Bereiche vor den Wohnungseingängen.
Im Dachgeschoss werden die Fassadeneinschnitte den Wohnungen zugeordnet. Um dennoch eine natürlich belichtete Erschließungszone zu erhalten werden standardisierte Oberlichten entlang des Ganges angeordnet. Diese schaffen einen Bezug zur Umgebung und akzentuieren durch einfache Mittel den Weg zur Wohnung.

Sämtliche Wohnungen werden durch private Freiflächen erweitert. Ein durchgängiges Balkonband an den Längsseiten des Gebäudes erweitert die kompakten Wohnungen. Jedes Zimmer hat einen direkten Bezug zum eigenen Freibereich. Vorgelagerte Balkone schaffen gut nutzbare Bereiche während das Loggienband sich perfekt fürs "Garteln" eignet. Durch den geschossweisen Versatz der Balkone kann man beim Hinaustreten ein Stück freien Himmel spüren.
Die differenzierten Freiraumtiefen bilden unterschiedliche Qualitäten aus und erlauben vielfältige Nutzungen. An der Straßenfront erweitern großzügige Balkone die Wohnungen und ermöglichen einen Blick entlang der Pogrelzstraße.

Ein Viertel der Wohnungen werden als "Oase-Wohnungen" ausgeführt. Das Herzstück der Wohnungskonzeption bildet die "Oase". Als zuschaltbare, lichtdurchflutete Zone nimmt sie bislang benachteiligte und meist unbelichtete Servicebereiche auf und macht diese zu hochqualitativen Aufenthaltsräumen. Damit wird dem neuen Lebensstil entsprochen: das Bad wird zur Wellnesszone. Die Oase knüpft direkt an die Freifläche an, dadurch wird ein ausgezeichneter, intensiver Freiraumbezug erzielt - ein Bad im Freien sozusagen.
Die Oasen können mit den angrenzenden Räumen gekoppelt werden. Gerade bei kleinen Wohnungen wird dadurch der Anteil der attraktiv nutzbaren Wohnfläche maximiert. Die Möglichkeit, diese Zone großzügig und flexibel öffenbar auszugestalten, zielt auf die Ausformung des Wohnraumes als großzügiges Kontinuum ab.
Die Hälfte der "Oase-Wohnungen" verfügt über eine Kabinett – ein vielfältig nutzbarer und belichteter Raum, der B-Wohnungen quasi zu C-Wohnungen macht. Es findet sich hier Platz für die ganze Vielfalt und den Wandel des Lebens: ob Jugendzimmer für das Teilzeitkind, Schlafplatz für die Leih-Oma, Pflegeplatz, Rückzugsort, oder Platz fürs Haustier, den Möglichkeiten sind hier keine Grenzen gesetzt.

Schiebewände verleihen kompakten Wohnungen ein großzügiges Raumgefühl. Im Nu lässt sich eine Wohnung mittels Schiebetür verwandeln. So kann zum Beispiel das nächtliche Schlafzimmer unter Tags zum großen Wohnzimmer werden oder das Homeoffice verwandelt sich am Wochenende ins Kinderzimmer fürs Wochenendkind.